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Sonntag, 17. Februar 2013

Aktueller Fernsehtipp: "Tatort: Alter Ego"



Vor gut einem halben Jahr begann das neue Tatort Team aus Dortmund zu ermitteln.
Schon nach der ersten Folge zeigte sich: Dieser Tatort grenzt sich von den herkömmlichen Sonntagabend-Krimis, die auf diesem Programmplatz ausgesendet werden deutlich ab!
Hier fliegen die Fetzten in alter Schimanski-Manier.
Eben jene erste Folge wird heute Abend um 21.45 Uhr auf „einsfestival“ wiederholt.
Ich kann jedem Tatort-, oder aber auch einfach nur Krimi-Fan diesen Film empfehlen.

Geleitet wird das Dortmunder Team von einem neuen Kommissar: Peter Faber.
Das Dortmunder Tatort Team
Dieser kennt keine Grenzen bei seinen Ermittlungen. Zwar besitzt er auf der einen Seite eine gewisse kriminelle Intuition, die ihm dabei hilft wichtige Spuren in Mordfällen zu finden, jedoch schreckt er dabei aber auch vor nichts zurück. Er ist unberechenbar, distanziert, leicht reizbar, gewaltbereit und lässt sich somit immer sehr leicht in Konflikte verwickeln. (In der zweiten Folge „Mein Revier“ beispielsweise nimmt er ein Auto und seinen Schreibtisch mit einem Hammer auseinander)
Allgemein herrscht im Dortmunder Team kein freundliches Miteinander: Der schrullige Cheff, die Staatsanwältin, die ihn nicht unter Kontrolle hat, die beiden weiteren Ermittler, die privat in einer Liebesbeziehung stecken, was im Dienst zu einigen Krisen führt.
Faber ist ein einzigartiger Kommissar (klasse verkörpert von Schauspieler Jörg Hartmann). Von seiner Person profitiert die Qualität des gesamten Tatorts.

Kurz zur Handlung:
Ein Student wird in seiner Wohnung tot und nackt, nur mit einem Tuch bedeckt, aufgefunden. Die Spuren führen zu einem High-Tech-Unternehmen, bei dem das Opfer zuvor ein Praktikum gemacht hatte.
Mitten in der Ermittlung wird ein zweites Opfer aufgefunden. Ebenfalls nackt und nur mit einem Tuch bedeckt…

Kann diesen und die weiteren Folgen dieses Tatorts nur empfehlen. Unbedingt anschauen, oder aufnehmen!

Viel Spaß!

Bildquellen:
 http://l3.yimg.com/bt/api/res/1.2/vvKa.dY9EHzclx0ov3w01g--/YXBwaWQ9eW5ld3M7cT04NQ--/http://media.zenfs.com/de-DE/blogs/deglotzenblog/tatort1_neu.jpg
http://kino.kukksi.de/__oneclick_uploads/2009/09/tatort_logo.JPG
Ich besitze keine Rechte an den Bildern und nutze sie lediglich um dem Leser einen optischen Eindruck des Themas zu geben. 

Freitag, 15. Februar 2013

Fernsehtipp: Roche und Böhmermann



Schon seit fast einem Jahr strahlt der Sender „ZDF Kultur“ nun schon eine Fernseh-Talkshow aus, die es in sich hat.
Hier bereitet man sich nicht vor auf seine Gäste, ist unfreundlich und zudem politisch unkorrekt.
„Roche und Böhmermann“ wird von den beiden jungen Moderatoren Charlotte Roche (sie wurde besonders bekannt mit ihrem Sex-Buch „Feuchtgebiete“) und Jan Böhmermann (er ist bekannt als Sidekick  von Harald Schmidt, sowie durch eine eigenen Radiosendung auf „RadioEINS“) moderiert.

Schon vom optischen her möchte sich diese Sendung von anderen Talkshows abgrenzen. Das Bild ist fast schwarz-weiß. Das einzige, was für den Fernsehzuschauer sichtbar ist, ist ein großer runder Tisch mit Standmikrofonen für die Gäste und das Logo der Sendung im Hintergrund.
Oft geraten auch große, alt aussehende, das Geschehen filmende, Fernsehkameras in das Bild.
Das Studiopublikum bleibt durch geschickte Beleuchtung im Dunkeln und ist nur akustisch wahrnehmbar durch lautes Lachen und Applaudieren.
Mehr braucht es nicht.
In jeder Ausgabe sitzen um die sechs Gäste am Tisch, die oftmals wenig  miteinander zu tun haben. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ein Politiker neben einem Rapper, einem Pornostar und einem Dschungelcamp-Kandidaten sitzt.
Es gibt kein bestimmtes Thema für eine Sendung, wie es vielleicht bei größeren Formaten, wie „Lanz“ der Fall wäre. Die Themen entstehen bei der Unterhaltung im Kollektiv.
Die Gäste werden im Laufe der Sendung mit kleinen Einspielfilmen vorgestellt, gelesen von einem Mann mit tiefer Stimme, der vom Aussehen her sehr an den früheren Helmut Kohl erinnert. Die Gäste kommen dabei oft nicht gut weg mit dem, was er über sie erzählt.
Das gesamte Erscheinungsbild der Sendung wirkt sehr alt, sehr „Retro“:
Den Gästen ist es erlaubt während der Sendung aufzustehen und zu gehen,  zu rauchen, Alkohol zu 
trinken und sogar zu telefonieren. 
In der Mitte des Tisches befindet sich ein Knopf, mit dem man eigene Aussagen zensieren kann für das Fernsehpublikum
Es gibt keine Grenzen.

Die Moderatoren selbst sind eigentlich ständig damit beschäftigt miteinander zu konkurrieren.  Je nachdem, wie viel Lust sie auf Gäste haben  unterhalten sie sich mehr oder weniger mit ihnen (es ist schon vor gekommen, das man sich mit Gästen gar nicht unterhalten hat, z.B. mit dem deutschen Rapper Dendemann, der die ganze Sendung über fast kein Wort von sich gegeben hat).
Zudem sind weder Charlotte Roche, noch Jan Böhmermann darum bemüht ihre Sendung zu strukturieren, klar zu gliedern und auf zu bauen, wie man es sonst im Fernsehen gewohnt ist.
Fast immer gegen Ende der Sendung fällt ihnen beiden auf, wie schlecht sie doch eigentlich sind.
Wie Roche und Böhmermann die gelaufene Sendung empfunden haben, besprechen beide immer zum Schluss, wenn schon alle Gäste aufgestanden sind in einer Art kurzen Nachbesprechung, was durchaus interessant ist für den Fernsehzuschauer, weil man das so noch nie gesehen hat.
Hier wirft man sich gegenseitig Fehler im Umgang mit Gästen oder der Strukturierung der Sendung vor.

Das alles, was hier bis jetzt hier geschrieben wurde, mag ja nun nicht wirklich positiv klingen.
Ist es aber!
„Roche und Böhmermann“ ist die beste Talkshow, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Trotz fehlendem Thema entstehen fast jede Sendung interessante Gespräche, bei denen oft wesentlich mehr heraus kommt, als bei gut vorbereiteten Moderator-Gast-Gesprächen in anderen Formaten.
Roche und Böhmermann sind zudem zwei  total sympathische Persönlichkeiten, die sehr gut miteinander harmonieren können und von Grund auf ehrlich sind.
Mit ihrer Sendung, die beide auch aktiv hinter den Kulissen mit gestalten, möchten sie der Fernsehlandschaft einen Spiegel vorhalten, indem sie einen Gegenentwurf gestalten, zudem, was man sich in einer Fernsehwoche x-mal auf jedem Sender anschauen kann.
Beide haben den Mut dazu, dass eine Sendung auch einfach mal richtig schlecht sein kann. Dafür gibt es umso mehr Ausgaben, die ganz besondere, fast schon legendäre Momente vorweisen.

Hinter „Roche und Böhmermann“ steckt ein junges Produktionsteam, das mit ihrer Firma „Bild und Ton Fabrik“ fast ausschließlich aus Studenten der Filmhochschule besteht. Sie haben es geschafft aus einem einfachen Studio und Canon-Spiegelreflexkameras, die so umgebaut wurden, dass  sie alt aussehen, etwas Besonderes herzustellen. Dafür haben sie auch nicht ohne Grund den Förderpreis des „Deutschen Fernsehpreis“ 2012 erhalten.

Die Bissigkeit von „Roche und Böhmermann“ hat sich mit jeder Staffel gesteigert. Das Format hat sich Stück für Stück entwickelt und ist zu etwas ganz Besonderem geworden im deutschen Fernsehen. Trotzdem wissen noch nicht alle davon und das sollte sich schnellstmöglich ändern.

Ab dem 3. März soll die dritte Staffel abends auf „ZDF Kultur“ starten.
Jedoch wurde am 28. Januar die Pressemeldung heraus gegeben, dass die Zusammenarbeit beendet wurde und man die Talkshow nicht weiterführen möchte.
Angeblich sei man sich nicht einig gewesen, wie man das Format weiterführen wolle. Das ZDF selbst sei auch an dem Ende der Sendung beteiligt gewesen.  
Von beiden Moderatoren gibt es nur wenig, bis gar keine Statements. Auch die Facebookseite der Sendung meldete sich direkt zu dem Vorfall lediglich mit einem traurigen Smiley.
Bei der Vergabe des „Deutschen Journalisten Preis“ den Charlotte Roche und Jan Böhmermann vor kurzem erhalten haben, behandelten beide das Thema etwas unglaubwürdig: Charlotte Roche bedankte sich bei allen und pries  die Zusammenarbeit so an, als würde sie noch sehr gut funktionieren. Jan Böhmermann hielt sich bedeckt im Hintergrund und stellte ein sehr aufgesetztes trauriges Gesicht zur Schau.
Meiner Meinung nach ist die Information ein geschickter Medientrick und passt sehr gut in das Bild von „Roche und Böhmermann“, die so mal wieder auf ironische Weise Verwirrung stiften wollen. Außerdem haben sie durch den kleinen Skandal eine sehr hohe Aufmerksamkeit der Presse erlangt. Ich bin nun also vollkommen davon überzeugt, dass es am 3. März weitergeht.

Für alle unter euch, die noch nichts von der Sendung mitbekommen haben: Alle bisherigen Folgen sind abrufbar in der ZDF-Mediathek:

Viel Spaß!!!


Bildquellen:
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjmalKWNF7R5-39AKv1n21taj7QNzVJ0eXUhy6-lBLR7nizggqj-4RexqRj8_6CPy5nsxE9Ojl7lVOiBRv_fB-9MMWgtJzByYB1Fzyvey4aDob9W5YIXuufp3iaLEh6gt7ggMHf0T3GJcZJ/s1600/Roche-und-B%C3%B6hmermann-Studio.jpg
http://soundbytes.me/wp-content/uploads/2012/04/KL_roche-und-boehmermann_presse.jpg
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhN44Hi7oAPz_KgpffOt3aA9AkgFg02o2ngkusDrIaCx62BWh6l7WCP8CJq_o4SnCLSQmA94gyviVe2PDzgPuH_eF3_5mcPACzCPyr7pvuL8snQJLk8_N88fMDSw0ZuRp_XbMqONMnwkIw/s1600/2012-03-26+Roche+und+Boehmermann+02.jpg
 Ich besitze keine Rechte an den Bildern und nutze sie lediglich um dem Leser einen optischen Eindruck des Themas zu geben.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Buchtipp: Schneller als der Tod



Ein Buch, das mir schon sehr lange am Herzen liegt ist: „Schneller als der  Tod“ von Josh Bazell.
Trotz sehr hohem Unterhaltungswert ist der Roman bis jetzt eher etwas versteckt geblieben auf dem deutschen Buchmarkt (obwohl er Preisträger des Deutschen Krimipreises 2012 ist), weswegen er, finde ich, nur schwach bekannt ist.
Trotzdem ist dieses Buch mehr als nur lesenswert!!!

Der Mafiakiller Pietro Brnwa entscheidet sich nach dem Auffliegen seiner Tarnung und einer daraus resultierenden Gerichtsverhandlung gegen ihn,  dafür statt lebenslanger Haft in ein Zeugenschutzprogramm einzusteigen.
Er wird zu Peter Brown und bekommt ein Medizinstudium ermöglicht. Mit seiner Vergangenheit hat er abgeschlossen und will auch nichts mehr mit ihr zu tun haben.
Das ändert sich jedoch schlagartig, als er als Praktikant in einem Krankenhaus auf einen alten Freund, aus seinem früheren Leben stößt. Dieser erkennt ihn und damit beginnt für Peter ein Kampf um sein Leben, denn es gibt viele in der Mafia, die seinen Kopf rollen sehen wollen…

Trotz diesem spannenden Anklang in der Geschichte kann man „Schneller als der Tod“ nicht als Thriller bezeichnen. Im Gegensatz zu Vertretern dieses Genres, baut der Roman keine übergroße Spannung auf (die dann eben zum „Thrill“ führt) sondern fesselt eher mit dem Charakter der Hauptperson.
Peter Brown ist ein Antiheld. Er ist kein Vorbild, übersteht den Tag nur mit Aufputsch-Mitteln, hat keine Hemmungen Menschen zu töten. Aber trotz alle diesen Eigenschaften, besitzt er ein Haufen Erfahrungen und Wissen. Er hat viel erlebt und kann viel darüber erzählen. 
Im Laufe des Buchs erhalten die Leser so tiefen Einblick in seine Persönlichkeit, dass sie schließlich mit ihm mitfühlen können, seine Handlungen nachvollziehen können. Man erkennt Stück für  Stück den wahren Kern des Peter Brown, der ein trauriges, von Verlust geprägtes Leben führt.

Das Buch ist wahnsinnig gut recherchiert worden von Autor Josh Bazell.
Neben vielen hoch interessanten Informationen über die Mafiastrukturen (vor allen in den USA), gibt es auch sonst kein Gebiet, das in dem Buch angeschnitten wird ohne ausführlichen Zusatzinformationen (teils in extra Fußnoten, die zu lesen es sich aber trotzdem lohnt).
Josh Bazell
 Am interessantesten, finde ich, ist der realistische Einblick in den Alltag eines Krankenhaus-Arztes im amerikanischen Gesundheitssystem. Kein Wunder, denn Bazell ist studierter Arzt mit Praxiserfahrung.
Das alles mag vielleicht jetzt doch nach einem trockenen Stoff klingen, ist es aber nicht!
All die Fakten aus den Worten des Ich-Erzählers Brown sind extrem cool erzählt und damit überhaupt nicht langweilig.
Überhaupt schafft es Josh Bazell mit wenig Aufwand seiner Hauptperson eine sehr bildreiche, abwechslungsreiche und knallharte Sprache in den Mund zu legen.
Am Ende des Buches will man einfach wie Peter Brown sein: extrem cool!

„Schneller als der Tod“ hat wirklich alles, was ein Buch haben muss!
Eine interessante Lebensgeschichte, erzählt mit Handlungssträngen, wechselnd zwischen Vergangenheit und Gegenwart, eine glaubwürdige und aufregende Geschichte, voller Details, eine wunderschöne Liebesgeschichte, Sozialkritik.
Ich mag das Buch unheimlich! Ich kann es immer wieder lesen.
Somit kann ich „Schneller als der Tod“ nur wärmstens empfehlen!
Trotzdem will ich zum Schluss noch den Hinweis geben, dass das Buch nichts für Menschen mit zarten Gemütern ist. Von der Gewaltdarstellung her kann man den Roman sehr gut mit einem Quentin-Tarantino-Film vergleichen…

Wer kein Problem damit hat…sofort lesen!!!

Wer nicht so gerne liest: Das Hörbuch, gesprochen von Christoph Maria Herbst ist ebenso sehr gut. Durch die Interpretation von Herbst bekommt die Sprache noch einmal eine neue Wirkung  (was eigentlich bei jedem guten Hörbuch der Fall sein sollte :D )

Weiterführende Infos:
Schneller als der Tod: Roman

Schneller als der Tod
Verlag: S. Fischer Verlag
ISBN-10: 3100039122

Bildquellen:
http://mittelstern.de/wp-content/uploads/joshbazell1.jpg
http://poisonedpen.com/wp-content/uploads/2012/01/Josh-Bazell.jpg 
 Ich besitze keine Rechte an den Bildern und nutze sie lediglich um dem Leser einen optischen Eindruck des Themas zu geben.

"Land Art" im eigenen Garten

 Habe die Zeit, in der es noch Schnee gibt genutzt, um eine Art "Leuchtinstalation" zu bauen!

Die Wirkung im Dunkeln ist fantastisch. Habe es mal versucht mit meiner Kamera fest zu halten.

Mit der Zeit gehen die Lichter, durch Natureinflüsse, wie z.B. Wind langsam aus. Auch das hat einen wunderbaren Effekt. Ich kann jedem nur empfehen, mal die Zeit in der Natur zu nutzen, sich darin mit kleinen Kunstwerken zu verwirklichen.
                                                                   Oftmals bereitet man auch Anderen eine kleine Freude damit!