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Mittwoch, 8. Mai 2013

Frühstücksfernsehen (am Abend)



Bild: WDR/Dietmar Seip
Wer am Montagabend um 23.40 Uhr noch ARD geschaut hat (ich nehme mal an das haben die wenigsten von euch) der weiß es schon.
Zu dieser Uhrzeit lief der Pilot zu einem neuen Comedy Format aus der Mache von Olli Dittrich, der vielen aus der Rolle des sympathischen Bademantelträger „Dietsche“ und aus der früheren RTL-Show: „Samstag Nacht“ bekannt sein dürfte.
Die Sendung heißt „Frühstücksfernsehen“.
Hierbei handelt es sich aber nicht um eines dieser Magazine, die viele deutsche Sender so ab 6 Uhr senden, sondern um eine Satire auf diese.

Olli Dittrich schlüpft mit der Unterstützung von Comedian Cordula Stratmann in verschiedene Rollen: vom Moderator, zur bayrischen CDU-Bürgermeisterin, bis hin zu einem Frührentner, Ex-Fußballstar aus Argentinien,  Nachrichtensprecher  und ganz zum Schluss Bob Dylan (und das sind nur einige Rollen, aus vielen).

Die ganze Sendung ist im Grunde ein fiktives Morgenmagazin mit verschiedenen Beiträgen und einer Zwischenschalte zur Tagesschau, wie man es aus der ARD schon vom „Morgenmagazin“ kennt.
Wenn man, so wie vielleicht Zuschauer, die um diese Uhrzeit versehentlich und ahnungslos auf diese Sendung stoßen, nicht so genau zuhört, was die einzelnen Personen sagen, sondern sich nur berieseln lässt, merkt man den Unterschied zum Original überhaupt nicht.

„Frühstücksfernsehen“ ist eine ironische Betrachtung der gesamten Fernsehwelt.
Die Dialoge (ebenfalls geschrieben von Olli Dittrich) sind pointiert und scharf formuliert und geben ohne viel Gerede genau das wieder, was man sich oft bei Frühstücksfernsehsendungen als Zuschauer denkt.
Die Gespielte Freude der Moderatoren, die komischen Themen für die Einspieler, die gekünstelten Interviews, einfach alle Facetten dieser, oft sehr „informationslosen“ Informationsmagazine, wird witzig überspielt und nachgeahmt.

Ich habe das 30 Minuten lange Format als sehr kurzweilig und witzig empfunden.
Vom Stil her bewegt es sich in eine ähnliche Richtung, wie die „Heute Show“, eine Nachrichten-Satire, auf ZDF, die regelmäßig mit Medienpreisen ausgezeichnet wird.

Da der eigentliche Sendetermin bereits vorbei ist, kann man die Sendung nur noch einmal spät abends und zwar am kommenden Samstag, um 23.15 Uhr auf WDR sehen (oder besser aufnahmen).
Zudem kann man sie noch eine Woche lang (also bis Montag nächste Woche) in der ARD-Mediathek sehen. Unter dem Link:

Wenn ihr die Möglichkeit habt genießt es.

Als kleine Zusatzinfo: Die Sendung kam sowohl bei Kritikern, als auch bei Zuschauern sehr gut an, weswegen 6 neue Folgen bestellt wurden. Man darf sich freuen…

Viel Spaß!

Das Bild wurde der Seite http://www.spiegel.de/kultur/tv/wdr-fruehstuecksfernsehen-mit-olli-dittrich-a-898301.html entnommen
 Ich besitze keine Rechte an den Bildern und nutze sie lediglich um dem Leser einen optischen Eindruck des Themas zu geben.

Montag, 6. Mai 2013

Konzert Max Prosa (5.4.13)

Passend zu meinem letzten Text, war ich am vergangenen Samstag auf einem Konzert von Max Prosa, in Freiburg.

Der Auftritt war sehr gelungen und inspirierend, vor allem, weil die Lokation, das Jazzhaus in Freiburg, einen dierekten Kontakt zwischen den Musikern und dem Publikum ermöglichte.
Ein wirklich sehr gutes Konzert, mit toller Musik.


Es gibt für euch die Möglichkeit ebenfalls einen solchen Abend genießen zu können.
Max Prosa und Band sind noch bis in den Juli hinein unterwegs. Vielleicht kommen sie ja auch bei euch vorbei. Kann es nur empfehlen!!!

Hier einige Eindrücke von dem Auftritt: 



 

  





 
 






 Ein wirklich toller Abend!!!!!


Musiktipp: Max Prosa: "Rangoon"


Fotocredit: (C) Sandra Ludewig
Max Prosa ist wieder da!!!
Am 19.4.13. hat er sein neues Album veröffentlicht.
Vor einiger Zeit habe ich den Künstler und sein erstes Werk: „Die Phantasie wird siegen“ hier vorgestellt.
Nun möchte ich dies fortsetzen mit einem Kommentar über seine neuste Platte: „Rangoon“.

Begeistert habe ich mich auf die Musik eingelassen und gemerkt, dass sich vieles verändert hat und einiges gleich geblieben ist.
Verändert hat sich z.B. der Sound:
Wo das erste Album oft, wie eine reine Studioproduktion klang, mit verruchtem und dunklem Klang, öffnet sich „Rangoon“ in eine neue Richtung.
Es handelt sich hierbei um einen experimentelleren Klang, fast, wie ein direkter Mitschnitt von einer Session im Proberaum. Man spürt förmlich die Energie zwischen den Musikern.
Man merkt den Liedern richtig an, wie aufwendig am Gesamtbild musikalisch gearbeitet wurde. Der Facettenreichtum der Musik hat sich deutlich erhöht. Die Mundharmonika, die der Sänger auf der ersten Platte oft einsetzte, erklingt hier kein einziges Mal, was ein klein bisschen schade ist.
Dafür ertönen neuere Klänge: elektrische Klänge.
Im dritten Lied (Zwei Falter), z.B. wird das Drum Set durch ein Pattern aus der Drummaschine (also ein Schlagzeugbeat, der vom Computer erzeugt wird) erweitert. Der Beat zieht sich durch das ganze Lied und passt unglaublich gut hinein.
Auch besondere Keyboard- und Gitarren Verzerrungen nutzen die Musiker um ihre Musik neuer und frischer klingen zu lassen, was ebenso eine neue Facette für die Musik von Max Prosa ist.

Die früheren Lieder des Musikers zeigten eine starke Tendenz zur verspielten Akustikmusik, in Verbindung mit E-Gitarrenklängen auf. Die Musik auf dem neuen Album wirkt, als hätte der frühere Sound einen neuen Anstrich bekommen. Das passt erstaunlich gut, wobei ich hinzufügen muss, dass all diese Veränderungen nur in leichter Form zu bemerken sind.
Schwangen bei vielen Liedern auf der ersten Platte noch Emotionen, wie Verzweiflung oder Trauer in der Musik mit, ist die Grundstimmung auf der zweiten wesentlich lockerer und fröhlicher; wobei die traurigen Themen durchaus wieder auftauchen (In Liedern, wie „C’est la vie“ und „Heimkehr“ beispielsweise).

„Rangoon“ besitzt, wie schon das erste Werk des Liedermachers, einen bestimmten Themenschwerpunkt.
Max Prosa selbst bezeichnet es, als ein Sammelsurium von Figuren, die aufeinander treffen und in einzelnen Liedern vorgestellt werden.
Prosa nimmt eine neue Perspektive ein: Die des Erzählers.
Seine Schreibe hat sich weiterentwickelt.
Die Texte erzählen Geschichten. Geschichten, die über die Ich-Perspektive hinausgehen.
Der hermetische Charakter, den seine Texte schon immer besessen haben, diese Sprache, die voller Bilder steckt und ein großes Facettenreichtum an Assoziationen entstehen lässt, ist immer noch da. Er hat sich sogar verstärkt.
Jede Zeile, jedes Wort passt einfach hundertprozentig. Max Prosa webt seine Texte zu kleinen Kunstwerken, die eine unglaubliche Aussage besitzen.
Damit geht er einen Weg, auf dem ihm nicht viele andere deutsche Popmusiker folgen.
(C) Sandra Ludewig

Ob es am Lektorat seines Co-Autors Misha Schöneberg liegt, oder vielleicht auch einfach nur an einer Weiterentwicklung der Person: Max Prosa, so erinnern die Texte an eine Generation von deutschen Liedermachern, wie Hannes Wader oder Konstantin Wecker.
Besonders in der Tradition von letzterem sind einige Lieder auf dem Album vom Gedanken der Kritik an den Problemen der Welt geprägt.
Prosa singt über die Umweltkatastrophen und die herrschenden Bedingungen, aber auch über den Kapitalismus in unserer Welt („Chaossohn“) so wütend und lyrisch, wie nur wenige es vermögen.


"Und ich seh das Blut auf eurem Jackett, überm Schweinefett,
 Es geht nicht mehr weg, es geht nie mehr weg!
Ihr, die unentwegt nur im Luxus lebt, die Befehle gebt
Bis die Erde bebt, oh, die Erde bebt."
 Max Prosa: "Chaossohn"

Er schreibt in „Rangoon“ über die Safran Revolution, einer Demonstration von Mönchen in Myanmar, die sich September 2007 gegen die Militärdiktatur ihres Landes aussprachen und gewaltvoll niedergeschlagen wurden.

"Am Ufer wächst Gras,
Doch es riecht noch nach Blut."
Max Prosa "Rangoon"


In „Der Clown“ handelt es sich um noch mehr, als eine Geschichte. Das Lied ist vielmehr, auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, die nach Unterhaltung eifert.

"Und der Clown ist jetzt der Held
Dieser schönen neuen Welt,
Denn er tut, was euch gefällt,
Braucht keinen Dank, will bloß das Geld."
Max Prosa: "Der Clown"

Noch viel stärker, als bei „Die Phantasie wird siegen“, wo er die weltweite Trinkwasserknappheit („Totgesagte Welt“) besingt ergreift der Sänger mit „Rangoon“ eine eigene Meinung.

Zwei Lieder, die ich noch besonders hervorheben möchte, von dem neuen Album, sind zum einen Prosas Version, von Leonard Cohens Song „Hallelulja“ und das Lied: „Café Noir“.

Bei Ersterem ist es Prosa gelungen, mit der überaus gelungenen Übersetzung des Originaltext ins Deutsche (von Misha Schönenerg, der mit seinem Worten sehr nah, an denen des Uhrhebers liegt und dem es gelungen ist trotzdem ein Reimschema in die Lyriks zu bringen) und einem tollen Arrangement, dass der Song eine unglaubliche Wirkung bekommen hat. Es handelt sich hierbei nicht um ein einfaches Cover (vielen ist der Song ja eher bekannt, gesungen von Rufus Wainwright, als von Cohen selbst). Es ist vielmehr ein Tribut, an Cohen selbst, der dieses Lied immer sehr traurig und gehaltvoll interpretiert hat.

Das sah dieser wohl auch so, denn der Song wurde zur offiziellen deutschen Version von „Hallelulja“ anerkannt (Cohen verlangt also nicht mal Geld, wegen seinem Urheberrechts an dem Song).

Bei dem zweiten Lied („Café Noir“) handelt es sich, meiner Meinung nach, um DAS zentrale Stück des Albums. Hier werden viele Fäden, aus anderen Geschichten verknüpft, all die besonderen Figuren, die Prosa beschreibt sind versammelt in einem dunklen Café, ein besonderer Ort.
Das Lied erzählt viele kleine Lebensgeschichten, verschiedener Akteure.
Das Ganze ist eine tolle Geschichte, deren Facetten einen, an das eigene Leben erinnern
Selbst der Sänger Bob Dylan, mit dem Max Prosa oft verglichen wird, findet einen kleinen Gastauftritt.

„Café Noir“ ist mein persönliches Lieblingslied, auf dem neuem Album „Rangoon“.

(C) Sandra Ludewig
Max Prosa ist noch besser geworden. Sein Stil hat sich verändert, aber ist immer noch gleich im Ursprung.
Max Prosa ist ein besonderer Künstler.
Für mich ist er von großer Bedeutung, für die deutsche Musik und wird es auch noch lange bleiben!






 Amazon Link:
Rangoon


Bilderquellen: Es handelt sich hierbei um Pressefotos, der Agentur:  http://www.becktomusic.de/maxprosa-presse.html
Ich besitze keine Rechte an den Bildern und nutze sie lediglich um dem Leser einen optischen Eindruck des Themas zu geben.

Sonntag, 5. Mai 2013

Lange Pause

Lange habe ich nun nichts mehr veröffentlicht, was vor allem daran lag, dass ich in der letzten Zeit, in meiner Situation, das ich Schüler bin,  viel zu tun hatte.

Das ganze tut mir auch ein bisschen leid, weil ich eigentlich sehr gerne schreibe und die Texte hier für euch veröffentliche!

Ich werde von nun an wieder mehr von mit geben!
Morgen geht's direkt los, mit einem Text über ein neues besonderes Album.
:)

Viel Spaß

Herr Kultur